Necroslaughter

Oftmals sind die Grenzen im Porngrind so fließend, dass man nicht immer genau weiß, ob eine Band einfach nur einen kruden Humor hat, oder den propagierten Sexismus ernst meint. Im Falle von WORLD HATE CENTER ist es aber sonnenklar, hier steht der Humor im Vordergrund. Und aus diesem Grund kann man das erste Lebenszeichen "Maximum Perversum" eigentlich auch nicht wirklich ernst nehmen - und dennoch hat es einen gewissen, wenn auch kurzzeitigen Unterhaltungsfaktor.
Hier werden die homophoben, perversen und teilweise schon satirischen Samples bewusst mit einem fetten Augenzwinkern aufgetischt, dass man meint die Truppe müsste von den heftigen Liedbewegungen eine Bindehautentzündung bekommen. Der Gipfel der Persiflage ist wohl "Fisting Lessons", das einen Beitrag des Nacht-Hobby-Psychaters Domian mit harter Musik unterlegt. So unterhaltsam das aber auch ist, ist es auf der anderen Seite auch schade, dass die besten musikalischen Ideen hier komplett ohne Gesang verbraten werden. "Wax Punishment" kann hier als Höhepunkt des Albums schon mehr überzeugen, zeigt ein brauchbares Riff im Refrain, hohen Pitchshifter-Gesang und ist trotz kleiner Anleihen aus Industrial/Techno nett anzuhören. Hingegen die anderen Anflüge von vornehmlich elektronischen Ideen gefallen mir nicht so sehr und auch nicht, dass manche Gitarren doch etwas zu sehr nach Hardrock denn Grind klingen. Dass die simplen Songstrukturen mit der häufigen Wiederholung einiger Themen - und seien es bloß die Samples, die bereits den Song eröffnet haben - sich schnell abnutzen, brauche ich wohl nicht erwähnen.
Kurzum, für diese knapp 15 Minuten Musik-Comedy hätte ich wohl kein Geld hingelegt. Doch als kostenloser Download von der Bandseite drückt man gerne schon mal ein Auge zu und lässt sich eine viertel Stunde seicht unterhalten.

Fatal Grind Blog

Hab ich was gelacht, nee so ein Haufen Bescheuerter. Musikalisch orientieren die sich an Bands wie GUT, sind genau so simpel gestrickt und machen Mucke mit den Schwänzen. Die Musik habe ich aber (unabsichtlich) schnell verdrängt, da ich ständig versucht habe die Sprachsamples zu verstehen, die jeden Song durchziehen wie der String die Arschbacken von Jenna Haze. Ich frag mich, wo man so was auftreibt, da ist so viel Nonsens drin, dass es mir das Wasser in die Augen treibt. Am abgefahrensten ist wohl der Typ der im Bus onaniert und seine Sünden am Telefon bei Damian, dem Seelenklempner bekloppter Nachtgestalten, ausführlich beschreibt. Stellt sich nur die alles entscheidende Frage, ist das nun ne Cd mit kranken und echt guten Gags, ja beinahe Realsatire oder etwa eine Hörspiel Cd mit kaputter Musik. Jedenfalls nimmt sich die Truppe nicht all zu ernst und das gibt den Songs durchaus was erfrischendes, selbst wenn das musikalisch nicht der große Wurf sein sollte. Ziemlich cool finde ich auch den teilweise synthetischen Sound der was von LIBIDO AIRBAG oder TOURETTE SYNDROM hat. WORLD HATE CENTER sind offensichtlich keine Band auf dem Weg zum metallischen Olymp. Die machen einfach nur Spaß ohne künstliche Ansprüche zu erheben. Eine Punktewertung lass ich mal außen vor, da tu ich mich etwas schwer, hinsichtlich des Unterhaltungswertes ist das hier aber ganz groß. Zumal Quatsch und Lärm zusammen ganz rund klingen, wirkt nichts aufgesetzt. Genau genommen geht das ganze Gerödel schon über gewöhnlichen Porn Grind hinaus und wird garantiert nicht langweilig. Lass jucken Kumpel!